1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929

Chronik der goldenen 20er Jahren

Die Goldenen Zwanziger Jahre in Deutschland bezeichnen eine Epoche zwischen 1924 bis 1929. Der Anfang der Zwanziger Jahre war geprägt von den zahlreichen Entbehrungen des Ersten Weltkrieges, sowie der allgemein schlechten Stimmung im Land, die durch die schwere Wirtschaftskrise und den Vertrag von Versailles begünstigt wurde. Die Reparationszahlungen, die die damalige Weimarer Republik nach dem Weltkrieg begleichen musste, wurden im August 1924 durch den Dawes-Plan angepasst. Die deutsche Wirtschaft sollte gefestigt und gestärkt werden. Im selben Jahr konnte die Hyperinflation gestoppt werden, die Kaufkraft der Deutschen nahm wieder zu und schaffte so neuen Raum für Verbesserungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Die Goldenen Zwanziger waren geprägt von einer großen Euphorie in der Bevölkerung. Außerdem fanden in diesem Zeitraum zahlreiche gesellschaftliche Veränderungen statt, die, gemeinsam mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, zu dem goldenen Beinamen dieser Epoche führten. Im politischen Bereich war die Weimarer Republik dennoch von einer gewissen Instabilität geprägt. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine immense Anzahl von verschiedensten Parteien, die nur selten eine ausreichende Mehrheit im Parlament stellen konnte. Die einzige Kontinuität war der Außenminister Stresemann, dessen Arbeit sich durch die Aussöhnung mit den deutschen Nachbarstaaten auszeichnete, und außerdem die politische Isolation des Landes beendete. Durch den Krieg kam es außerdem zu einem großen Frauenüberschuss. Dieser führte dazu, dass es für Frauen unabdingbar war, sich selbst in die Arbeitswelt zu begeben, um sich und ihre Kinder zu versorgen. Frauen eroberten typische Männerdomänen und erhielten so ein ganz neues Selbstbewusstsein, was die Emanzipation im großen Maße positiv beeinflusste. Frauen begannen sich ungezwungener in der Öffentlichkeit zu bewegen, durften sich freizügiger kleiden, am Nachtleben teilnehmen und sogar rauchen. Sportliche Betätigungen wurden für beide Geschlechtern gleichermaßen wichtig. Es kam zu großen Massenveranstaltungen und Sportfesten, an denen viele Familien teilnahmen. Max Schmeling (1905 bis 2005) brachte außerdem den Boxsport in den Fokus der Öffentlichkeit. Bis heute zählt er zu den bekanntesten Sportlern Deutschlands. Während der Zwanziger Jahre erfreuten sich außerdem Massenmedien immer größer werdender Beliebtheit. Größtenteils wurden diese zu Unterhaltungszwecken eingesetzt. So gab es einige Familien, die eigene Radioempfänger besaßen, durch die gemeinsam mit Freunden Hörspiele oder Musik gehört werden konnten. Außerdem entstanden die ersten Kinos, besonders in der Hauptstadt Berlin. Es war die große Epoche des Stummfilms, der viele begeistern konnte. Außerdem gab es hier die Möglichkeit, sich in der Wochenschau über aktuelle politische Themen zu informieren. Dies war auch über die neuartigen Illustrierten möglich, die mit vielen Fotos und wenigen Texten berichtete. Auch die Kunst war zahlreichen Veränderungen unterworfen. Viele Künstler nutzten ihre Plattform, um in ihren Werken auf sozialkritische Themen aufmerksam zu machen. Um 1929 nahmen die Goldenen Zwanziger, ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise 1929, ein jähes Ende. Der Wohlstand der Bevölkerung sank rapide ab, es kam zu Massenarbeitslosigkeit. Außerdem verzeichneten radikale Parteien, wie beispielsweise die NSDAP, einen großen Zuwachs, was auf einen drastischen Wandel in der Politik und der Gesellschaft hinwies.
Die goldenen 20er